13. August 2016 - 12 Stunden in der Feuerwehr - Am Samstag, den 13.08. hielt die Feuerwehr Neufahrn eine 12-Stunden-Übung ab. So trafen sich bereits um 8:00 morgens zahlreiche Kameraden am Gerätehaus und begannen mit den ersten Arbeitseinsätzen. Denn es standen zwei große Einsatzübungen auf dem Programm, für die es galt das Gerätehaus, als auch die Fahrzeuge auf Vordermann zu bringen. Zuerst aber ging es in einer kleinen Vorführung über die richtige Handhabung des Feuerlöschers, es wurden so verschiedene Arten von Feuerlöschern, von Schaum- über Pulver- bis hin zu Auflade- und Dauerdruckgeräten, gezeigt. Anschließend durften die Teilnehmer die Geräte einem Praxistest unterziehen. Hierzu waren neben den Feuerwehrkameraden auch die im 2. Stock des Neufahrner Feuerwehrgerätehauses untergebrachten unbegleiteten Flüchtlinge eingeladen. Das Interesse und die rege Teilnahme der Jugendlichen erfreute die Feuerwehrler sehr. Mit vereinten Kräften konnte so jede Flamme bezwungen werden. Bei der ersten Übung kam es zu einem „Gafahrgutunfall im Neufahrner Gewerbegebiet“. So wurde angenommen, dass ein Tanklastwagen seine Ladung in Form von Benzin verliert. Dieses breitete sich auf der Straße rasant aus und drohte erheblichen Umweltschaden anzurichten, zudem könnte es auch in die Kanalisation gelangen, was zu einer gefährlichen Verpuffung führen könnte. Auch eine immerwährende Brandgefahr des LKWs durfte nicht außer Acht gelassen werden. Nun galt es den Teilnehmern all diese Gefahren zu bannen. Während ein Teil der Kameraden den Gafahrenbereich weiträumig absperrten und anwesende Zivilisten evakuierten, versuchte ein anderer Trupp der gefährlichen Ladung Herr zu werden. Kanalisationsdeckel wurden mit Erdreich vor Eindringen des Benzins geschützt, das Auslaufen aus dem Tanklastzug wurde verhindert, indem Auffangbecken untergestellt wurden. Ein Trupp in Atemschutzausrüstung sicherte indes das Geschehen gegen einen möglichen Brand ab. Nachdem wir alle wieder heile im Gerätehaus ankamen, war eine kleine Erfrischung fällig. Denn die schwere körperliche Arbeit in Verbindung mit der prallen Mittagssonne hatten es in sich. Man wusste sich aber zu helfen, eine deftige Brotzeit wartete bereits und für die kleine Abkühlung wurde kurzer Hand ein Faltbehälter zum Pool umfunktioniert. Der nächste Großeinsatz ließ aber nicht lange auf sich warten, „Brand eines Landwirtschaftlichen Anwesens in Gämelkofen – Person vermisst“ lautete die Einsatzbeschreibung, alles wiederum natürlich nur hypothetisch. Am Einsatzort angekommen, galt die höchste Priorität der Personenrettung, sofort nach der Erkundung durch die Führungskräfte rüsteten sich zwei Atemschutztrupps aus, während die restlichen Kameraden die Löschwasserversorgung aufbauten und die Einsatzstelle absicherten. Zudem war es wichtig die Brandausbreitung zu unterbinden. Bereits nach wenigen Minuten konnte die vermisste Person aus dem Gebäude gebracht und an den Rettungsdienst übergeben werden. Es blieb aber nur bei einer kurzen Verschnaufpause, denn unmittelbar danach stellte sich heraus, dass sich noch eine zweite Person im brennenden Gebäude befindet. Also hieß es wieder reinkriechen, über die knarzende Holztreppe nach oben, möglichst nah am Boden, um so das letzte Bisschen Sicht nutzen zu können, das noch nicht im „Rauch“ der Nebelmaschinen untergegangen war. Trotz allem ertönte am Funkgerät des Gruppenführers der Funkspruch „vermisste Person gefunden – kommen jetzt raus“ und so endete auch die letzte Übung sehr erfolgreich. Dieser ereignisreiche Tag fand schließlich abends in einem gemütlichen gemeinsamen Grillen seinen Ausklang. Die beiden Übungen wurden dabei einsatztaktisch analysiert: Hätte es schneller gehen können? Wurden die technischen Hilfsmittel voll ausgeschöpft? Wusste jeder, was er zu tun hatte? Lauteten einige Fragen, wie sie im Rahmen der konstruktiven Kritik gestellt wurden. Im Ernstfall müssen schließlich alle Griffe sitzen. Alles in allem war es ein sehr lehrreicher, geselliger und lustiger Tag, an dem jeder einzelne Kamerad etwas für die Zukunft mitnehmen konnte.