Starkes Unwetter Sonntag, 29. Mai - Freitag, 03. Juni 2016 Einsatzart: Starkes Unwetter mit schweren Überschwemmungen Einsatzort: Ortsgebiet Neufahrn, Winklsaß, Oberndorf Einsatzzeit: Sonntag: 20:00 - 00:00 (  4 Stunden) Montag: 00:00 - 22:00 (22 Stunden) Dienstag:  08:00 - 24:00 (16 Stunden) Mittwoch: 08:00 - 23:00 (15 Stunden) Donnerstag: 08:00 - 22:00 (14 Stunden) Freitag: 08:00 - 19:00 (11 Stunden) Eingesetzte Kräfte: 34 Feuerwehrdienstleistende an Sonntag und Montag ca. 3 Kräfte von Dienstag bis Freitag tagsüber - Abends jeweils ca. 10 Kräfte. Weitere Kräfte: Feuerwehr Winklsaß, Feuerwehr Ergoldsbach, Feuerwehr Rottenburg, Feuerwehr Prinkofen, Feuerwehr Neustadt an der Donau KBM Zellmer, KBM Fischer, THW, Bauhof Neufahrn, Gemeindeführung Neufahrn, Wasserwirtschaftsamt Eingesetzte Fahrzeuge/Anhänger der Feuerwehr Neufahrn:   MZF      HLF 20/16 DL 16/4 TLF 4000        GW VSA    P250 Einsatzbericht: Während eines schweren Unwetters mit extremen Regenfällen wurde die Feuerwehr Neufahrn am Sonntagabend zu einem der größten und längsten Einsätze in der Geschichte der Feuerwehr Neufahrn gerufen. Da sich aufgrund der Wetterlage bereits einige Kameraden im Gerätehaus befanden, konnten diese Kameraden auf die ersten, über Mobiltelefone gemeldeten, Einsatzstellen reagieren. Denn eine Alarmierung war zu diesem Zeitpunkt wegen der völlig überlasteten Notrufnummern nicht möglich. So mussten im Verlauf der Nacht unter anderem die Unterführung, einige vollgelaufene Keller in Neufahrn, Asenkofen aber vor allem auch in Winklsaß ausgepumpt werden. Die Wassermassen kamen vor allem in Winklsaß so schnell, mit dem bisher nie jemand rechnete. Der Wasserstand in der Mitte von Winklsaß nahm dabei der Meinung der älteren Dorfbewohner nach nie erreichte Zustände an. So konnten in der Nacht von Sonntag auf Montag bereits fast alle Einsatzstellen in Neufahrn und Asenkofen abgeschlossen werden, so konzentrierte man sich mit der Feuerwehr Winklsaß und allen Fahrzeugen der Feuerwehr Neufahrn (außer Drehleiter) und der gesamten Mannschaft auf den Ortsteil Winklsaß. Dabei musste nicht nur Wasser aus den Kellern abgepumpt werden, sondern auch der viel schwieriger zu entfernende Schlam und Dreck beseitigt werden. Deswegen wurde noch in der Nacht das THW mit leistungsstarken Pumpen angefordert. Aber auch dies war bei manchen Kellern nicht nicht genug. So mischte sich auch teilweise Heizöl aus den aufgeschwemmten Tanks mit unter die Wassermassen. Gegen Montag Vormittag wurden nochmals im großen Stil weitere Kräfte hinzu alarmiert. Für die mit Heizöl betroffenen Keller in Winklsaß, aber vor allem auch wegen einer Hofstelle in Oberndorf ,wurde die Ölwehr aus Neustadt an der Donau mit ihrem Ölwehr-Zug angefordert. Diese Unterstützen mit speziellem Equipment, unter anderem Pumpen und besonderen Schutzanzügen, mit drei Fahrzeugen und Manpower die eingestetzten Kräfte. Im weiteren Verlauf wurden die Feuerwehren Rottenburg, Pfeffenhausen und Ergoldsbach mit jeweils mehreren Fahrzeugen um Unterstützung gebeten. Wegen des sehr fordernden Einsatzes wurden auch teilweise die Neufahrner Kräfte ausgetauscht. Die Einsatzleitung übernahm dann zuerst KBM Zellmer, im weiteren der benachbarte KBM Fischer aus dem Bereich Pfeffenhausen. Zusätzlich zu der ohnehin schon sehr starken Belastung durch den Einsatz (zeitlich und körperlich Anstrengend) wurden wir gegen Mittag zu einem Verkehrsunfall mit unklarer Lage nach Ergoldsbach alarmiert. Siehe dazu den eigenen Einsatzbericht. Am Montag Nachmittag konnten die ersten Einsatzkräfte dann Winklsaß verlassen. Die ersten Aufräum- und Säuberungsarbeiten wurden gleich noch am Montag Abend durchgeführt. So mussten alle Fahrzeuge, Geräte und auch die völlig verschlammten und verdreckten Schläuche gewaschen werden. Gegen 23:00 Uhr verließen dann die letzten Einsatzkräfte das Gerätehaus, so manch einer war 26 Stunden durchgehend im Einsatz, oder auch knapp 40 Stunden wach. Am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag waren nochmals jeweils ca. 4 Einsatzkräfte tagsüber, abends noch viele mehr an den vielen Stellen im Einsatz. Es mussten noch Keller abgepumpt und ausgesaugt werden. Am Freitag Abend, nach 5 Tagen, traf man sich nocheinmal in voller Stärke um eine Endreinigung durchzuführen. Aber auch die Woche drauf kam es noch vereinzelt zu Einsätzen und Aufräumarbeiten. Am Samstag traf man sich mit allen Feuerwehren der Gemeinde Neufahrn im Neufahrner Gerätehaus zu einer Nachbesprechung der Einsätze und eventuellen Verbesserungsmöglichkeiten mit Bürgermeister Forstner. Zusammenfassend noch ein paar Fakten zum Einsatz: Es wurden ca. 80 Schläuche mehrfach verwendet. Glücklicherweise kam es zu keinen Personenschäden. Am Montagvormittag waren ca. 100 Feuerwehrkameraden im gesamten Gemeindegebiet im Einsatz. Insgesamt wurden schätzungsweise 600 Einsatzstunden geleistet. Insgesamt wurden ca. 40 Einsatzstellen in Neufahrn, Winklsaß und Asenkofen von den eingesetzten Kräften abgearbeitet ________________________________________________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________________________________________________ Erklärungen Fahrzeuge der FF- Neufahrn KBM = Kreisbrandmeister HLF 20/16 = Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug KBI = Kreisbrandinspektor TLF 4000 = Tanklöschfahrzeug KBR = Kreisbrandrat MZF = Mehrzweckfahrzeug BRK = Bayrisches Rotes Kreuz GW   = Gerätewagen RTW = Rettungswagen DL 16/4 = Drehleiter ohne Korb NEF = Notarzteinsatzfahrzeug VSA = Verkehrssicherungsanhänger P250 = Pulverlöschanhänger ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Bitte beachten Sie: Die Feuerwehr Neufahrn hat sich in seiner Gemeinschaft gegen die Veröffentlichung von Einsatzbildern ausgesprochen. Als unsere Aufgabe sehen wir eine seriöse Berichterstattung ohne die Privatsphäre geschädigter Personen zu verletzen. Vor Ort gemachte Bilder werden lediglich für interne Zwecke, zur Einsatznachbesprechung und Schulungszwecke eingesetzt. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis. Ihre Feuerwehr